Sound & Media 9/02
"Songcontest 2002"



DER POP PATE

Der 47.Songcontest ist vorbei und Österreich hat wieder nicht gewonnen! Manuel Ortega war eine gute Wahl und hat sich auch tapfer geschlagen. Doch gegen die kulturellen Bande, die seit vielen  Jahrhunderten bestehen, kann auch so ein toller Sänger mit einem einprägsamen Song nichts ausrichten. Im Kreise von Freunden habe ich, wie sicher viele andere Musikinteressierte in Österreich, eine Songcontestparty geschmissen und sich die 24 Beiträge aus Europa angesehen, natürlich mit FM4 Ton von Stermann & Grissemann. Ein Leckerbissen für Auge und Ohr, war das auch diesmal wieder. Als herausragende Beispiele gelten da wohl die „Ritter“ aus Griechenland mit ihren „Kraftwerk-Kostümen“ oder euch die drei „Damen“ aus Slovenien in ihren Stewardess-Kostümen und die schwedische „Nachwuchs-Shakira“ die für Estland startete. Aber unsere beiden Protagonisten von FM4 mit ihrem „Siegerlied“ dem „Schönsten Lied der Welt“ fanden auch heuer wieder die richtigen Worte, wie etwa die „israelische Kerzendreherin“ oder die „9fache Miss“ aus Kroatien oder der Beitrag aus Rumänien mit „Vladimir Putin und Claudia Roth im Duett“. Was aber wird nächstes Jahr sein? Kein österreichischer Beitrag, da Manuel „nur“ 18ter geworden ist und kein O-Ton von Stermann & Grissemann, die ankündigten, dass heuer das letzte Mal der Songcontest kommentiert wurde, denn ab nächstem Jahr werden sie „den Grand Prix der Volksmusik moderieren, der erscheint uns progressiver“. Kann das wirklich die Wahrheit für 2003 sein. Ich sage NEIN! Ich appelliere an dieser Stelle an Stermann & Grissemann sich nicht an der Volksmusik zu vergreifen, denn dort wird es NIE so tolle Kostüme und NIE so herrliche „Gestalten“, wie beim Songcontest geben. Was kann es Lustigeres geben als Euch & Songcontest und ich hoffe mit meinem Aufruf, dem auch andere sicherlich einstimmen werden, euren Witz und eure „Beleidigungen“ auch 2003 wieder zum Bild des Songcontest hören zu können. Gleichzeitig sollte aber auch der „song03“ des ORF´s nicht sterben, nur weil wir es nicht geschafft haben unter die Top10 zu kommen oder nicht so „gute Zahler“ in der EBU sind wie Frankreich, Spanien, Großbritannien und Deutschland (damit auch Fixstarter bei jedem Songcontest für immer und ewig). Es sollte nicht heißen, dass wir die Förderung von jungen Poptalenten in Österreich erst wieder auf 2004 verschieben, wenn es heißt, wir dürfen wieder zum Songcontest, let´s start mit „song04“ now! Wie sich heuer gezeigt hat, war und ist die Vorausscheidung „song02“ ein Sprungbrett für junge Talente, sei es Manuel Ortega, aber auch Loud 9 oder Anik Kadinski und natürlich auch Stermann & Grissemann, die vielleicht sonst nie ein Gesangsalbum „Schönste CD der Welt“ herausgebracht hätten. Vielleicht kann sich die Programmentwicklung des ORF ein Format ausdenken, dass den gleichen Effekt hat, wie „song02“, aber nicht zwangsweise nur auf den Songcontest ausgerichtet ist, eine Art „Popstar“ oder „Talent Award“ und hier wieder mit der Industrie Schulter an Schulter ein Konzept erarbeitet, dass dann im Jahr 2004 zum Ziel hat: Austria 12 points ! Keine Utopie, sondern „nur“ langfristige Planung, denn der nächste Songcontest kommt bestimmt.

Mario Rossori ist Musikmanager