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Sound & Media 8/03 Starmania NG – ein guter Anfang
Keiner entkommt Starmania, nicht einmal ich! Erreichte mich doch Mitte
Oktober der Anruf des ORF, ob ich nicht in der ersten Folge der neuen
Staffel an der Expertenjury teilnehmen will. Ich habe nicht lange überlegt
und habe JA gesagt. Ich bin zwar nie kritiklos dieser Sendung gegenüber
gestanden, aber eines muss man diesem TV-Format einfach lassen, es hat ganz
Österreich bewegt, sich mit österreichischen musikalischen Newcomern zu
beschäftigen und das hatten wir schon sehr lange nicht in unserer Szene.
Von „ganz Österreich“ kann dabei absolut gesprochen werden, denn ca. 1
Million Menschen sehen diese Sendung und dann sind das nicht mehr „nur“
Jugendliche, denn das geht sich schon rein rechnerisch gar nicht aus! Dazu
kommen die hervorragenden Resultate der neuen Stars, speziell bei Christl Stürmer:
ausverkaufte Konzerte, mehrere Tausende verkaufte CD´s und kein Ende des
Erfolgs in Sicht. Und so wollte auch ich eine kleine Rolle dabei spielen
neue Stars á la Michael, Christl und Co. aus der Taufe zu heben. Leider war
meine Rolle, wie auch der anderen Experten, wirklich sehr klein, denn die
Jury Meinung hat, wie der
Vergleich unser Bewertungen und des eigentliche Zuseher Votings
zeigten, wirklich KEINEN Einfluss auf die Wahl der Sieger und das ist im
Nachhinein betrachtet, doch etwas frustrierend. Weiters ist mir beim nachträglichen
Betrachten der Sendung aufgefallen, dass der TV-Ton anders klang, als ich
den Saalton dort direkt empfand, was soviel heißt, dass die Jury wesentlich
mehr und besser hört, wer gut oder nicht singen kann, als der TV Zuseher.
Beides zusammen lässt in mir den Wunsch aufkommen, dass der ORF gut beraten
wäre, wenn er die Expertenjury wesentlich stärker in das Voting
einbezieht, als bisher, denn damit wäre nicht nur die Jury aufgewertet,
sondern die Sendung könnte vielleicht ein weiteres Spannungsmoment
erhalten. Ob und wie meine Idee umsetzbar ist bzw. wäre, bleibe den
kongenialen Machern der Sendung Mischa Zickler und Tobias Krause überlassen.
An dieser Stelle möchte ich auch daran erinnern, dass wir noch an einem
anderen, sogar internationalen, Sängerwettstreit beteiligt sind und diesmal
sogar einen sechsten (!) Platz zu verteidigen haben. Hier sind nicht minder,
wie bei Starmania, die guten Kräfte der Szene gefordert, bei der
Ausscheidung zum „Songcontest“, das nötige Gespür und die nötige
Courage zu haben, wieder ein Projekt wie Alf Poier, zu finden und nach
Istanbul zu schicken. Möge uns dieses Vorhaben gemeinsam gelingen. „Starmania
NG“, „song04“, aber auch andere Wettbewerbe, wie „projekt pop!“
der AKM, „soundbase“ der Stadt Wien oder „Austrian Band Contest“ von
Planet Music beleben die Szene nachhaltig und bringen viele junge Menschen
dazu sich mit Musik auseinander zu setzen, bringen sie zum komponieren und
texten und führen sie vielleicht sogar zu Starruhm. Gleichzeitig wird aber
an der „Leerkassettenvergütung“ gerüttelt, ja sogar am stärksten
aller Rechte, dem Urheberrecht gesägt und das ist für diese jungen Künstler
/ Urheber ein Bauchschlag, denn sie aber erst dann spüren würden, wenn es
schon zu spät ist. Denn, sie wissen meist noch gar nicht, dass es die
„Leerkassettenvergütung“ gibt und schon gar nicht, dass sogar Förderungen
für sie dabei herausspringen, zB. durch die SKE. Also bitte werte
Politiker, lasst uns diese Urheberrechtsabgabe, denn wir werden sie
brauchen, mehr denn je. |