Sound & Media 7/02
"Musik hat ihren Wert"



DER POP PATE

„Musik hat Ihren Wert“. Unter dieses Motto möchte ich meine Kolumne diesmal stellen. Das große „I“ ist kein Tippfehler, sondern ist ganz bewusst gewählt, denn Musik erhält nicht nur seinen Wert durch sich selbst, sondern hauptsächlich durch den, der sie konsumiert. Musik stellt für jeden Konsumenten einen ganz anderen Wert dar. Der Eine ist Sammler und muss jede neue Veröffentlichung in seinem Regal katalogisiert haben. Der Andere ist Hitparadenkonsument und muss alle Stars, die so wichtig für ihn sind, „besitzen“. Der Dritte verbindet mit einer bestimmten Musik ein bestimmtes Ereignis und muss deshalb eine bestimmte Produktion sein Eigen nennen. Jeder hat also seine ganz eigene, ganz besondere Wertvorstellung von Musik. Und trotzdem hat die Musik für sie/ihn KEINEN Wert! Denn würde sich der Konsument die Wertschöpfungskette bewusst gemacht haben, dann kann er SEINE Musik bald nicht mehr hören, denn die Vervielfältigungen über CD-R´s steigen und steigen und der Kampf gegen das Internet scheint schier aussichtslos. Also MUSS den Konsumenten der Wert IHRER Musik bewusst gemacht werden und das so rasch wie möglich! Eine Werbekampagne für den „Wert der Musik“ ist an der Zeit und alle Betroffenen müssen ins gleiche Horn blasen und alles Erdenkliche tun, um die Rückgänge im Tonträgerverkauf zu bremsen oder zumindest zu verlangsamen. Es könnte nämlich zu lange dauern bis sich die EU und andere Stellen endlich geeinigt haben, wie man im Internet Musikdownloads an Urheber und KünstlerInnen abrechnet und dann ist es vielleicht schon zu spät.

Das österreichische Musik seinen Wert hat zeigen Kinofilme, wie „IKARUS“, wo NUR österreichische Musik verwendet wurde und damit sogar ein Soundtrack (ink/Hoanzl) gemacht wurde. Hier wurde endlich wieder einmal der Schulterschluss zwischen Musik und Film, zweier Eckpfeilern des Entertainmentbusiness, gemacht und das Resultat lässt sich sehen. Die Songs von Dump, Echophonic, Garish, Lichtenberg, u.a. haben sich perfekt in den Film integriert und wurden manchmal sogar vom Regisseur Bernhard Weirather bewusst als Stilmittel eingesetzt, wie man es bei jedem anderen Hollywood Schinken gewohnt ist. Ich kann nur hoffen, dass dies nicht wieder für lange Zeit ein Einzelfall war, sondern bald bei anderen Produktionsfirmen/Regisseuren als Beispiel herangezogen wird, denn „Musik hat Ihren Wert“. Das Finale des „T-Online Talent Award“ am vergangenen Samstag zeigte, dass wir auch genügend Talente in Österreich haben, die bis dato nur im Verborgenen gesungen haben und mit solch einer gelungenen Aktion an die Oberfläche gedrückt werden. Die 12 Finalisten habe alle das Potential zum Star und auch den Willen, den harten Weg in unserem Business zu gehen, dass haben die Einzelinterviews ganz deutlich gezeigt. Man darf gespannt sein, ob die daraus gebildete Gruppe beim Konsumenten so gut ankommt, wie ähnlich Beispiele, denn „Musik hat Ihren Wert“. Und zu guter Letzt steht der österreichische Musikpreis AMADEUS vor der Tür, der wie im Vorjahr DAS Ereignis in der österreichischen Musikszene sein wird und mit der Ausstrahlung im ORF zeigen wird, dass „Musik ihren Wert hat“.

Mario Rossori ist Musikmanager