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Sound & Media 6/02 "Popmusikinstitut"
Es tut sich
was in der österreichischen Popmusik! Letzte Woche wurde das Institut für
Popularmusik an der Musikuniversität Wien aus der Taufe gehoben. Gegen alle
Erwartungen wurde nicht der dafür langjährige Kämpfer Harald Huber zum
Institutsleiter gewählt, in letzter Zeit auch bekannt geworden durch seine
Expertise in Sachen Plagiat oder Original von „Say A Word“ von Manuel Ortega
/ Alexander Kahr, sondern sein langjähriger Partner Stefan Jeschek. Nichts
desto trotz ist es endlich gelungen in den „Heiligen Hallen“ der
Musikuniversität auch Popmusik zu etablieren und der nunmehr
stellvertretende Institutsvorstand Dr. Harald Huber ist nun aufgerufen einen
Studienplan zu entwickeln, der die StudentInnen mit dem harten Leben im
Musikbusiness konfrontiert und sie nicht praxisfern ausbildet. Ein
gelungener Mix aus Theorie und Praxis, ähnlich dem Songwriting Workshop des
„Projekt Pop!“, wäre hier angebracht.
Gleichzeitig
steht aber auch eine neuerliche Veränderung des Universitätsgesetzes an, die
eigentlich den Universitäten mehr Autonomie bringen soll. Wie so oft
liegt aber „der Hund im Detail“, denn bei genauerer Betrachtung verlieren
die Universitäten ihre Selbstverwaltung und auch ihre freie Meinungsäuflerung.
Das Ministerium kann zum Beispiel ohne Zustimmung des Rektors oder eines
anderen universitären Gremiums eine neue Studienrichtung beschließen und die
Universität muss diese akribisch einhalten, denn sonst „blüht“ ihr eine
mögliche jährliche 6% Kürzung der Subvention. Auf der anderen Seite sind die
Universitäten dazu angehalten, ihrer Eigenmittelfinanzierung zu heben, durch
Spenden, Forschungsaufträge oder Eigenveranstaltungen. Ein System, wie in
Amerika steht uns also bevor, mit der klitzekleinen Einschränkung, dass wir
in Österreich keine Spenden an Universitäten von der Steuer absetzen können,
denn dann könnten solche System auch bei uns (vielleicht) funktionieren.
Also lieber Herr Finanzminister, da könnten Sie wieder Meter machen, wenn
dies auch im guten alten Österreich möglich wäre, denn ansonst gibt es
vielleicht ab 2014 wirklich keine Universitäten mehr, wenn man den
Paragraphen 152 richtig deutet und die Subventionen endgültig gestrichen
werden, da ß 11 zu diesem Zeitpunkt erlischt (Subventionsvergabe). Auf der
anderen Seite sind Initiativen, wie der „Talent Award“ von T-Online die
rühmlichen Ausnahmen, wie es gehen könnte, wenn man sich zusammensetzt und
ein gutes Konzept einfach neu adaptiert. Als Jurymitglied durfte ich am
ersten Castingtag ca. 100 Bewerber begutachten und war von der Qualität und
der Kurrage der jungen Leute überrascht. Denn ohne Begleitung, quasi aus dem
Stand zu singen und zu tanzen und das vor einer honorigen 7köpfigen Jury, da
gehört schon Mut dazu und der ist in unserem Business absolut gefragt. Nicht
nur die 5 Endsieger sondern auch alle anderen FinalteilnehmerInnen haben
absolut die Fähigkeit zum Star in unserem Land. Also liebe Produzenten und
A&R Leute, schaut Euch bitte die AMADEUS homepage http://amadeus.t-online.at
an und begutachtet selbst, was sich in unserem Land so tut. Denn falls
wirklich im Herbst eine Jugendsendung im ORF passiert, werden wir alle Hände
zu tun haben, genug Stars dort unterzubringen, wenn wir welche haben.
Mario Rossori ist Musikmanager |