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Sound & Media 05/06 Österreich
den Österreichern – 4.Teil Endlich
kann sich Österreich selber feiern, aber nicht für seine ausgezeichneten
Leistungen im Skisport, sondern für seine musikalischen Leistungen mit dem
AMADEUS Austrian Music Award. Viele der am 25.5. anwesenden Gäste beglückwünschten
mich zu der tollen und kurzweiligen Veranstaltung, die mit vielen nationalen
und internationalen Showacts DAS jährliche Highlight der österreichischen
Musik- und Entertainment-Szene ist. Der Grundstein des Erfolges ist
sicherlich das seit Jahren gleich bleibende Redaktions- und
Organisationsteam, das jedes Jahr aufs Neue versucht, das Vorjahr zu toppen
und sich nie auf seinen errungenen Lorbeeren ausruht. In den letzten Jahren
wurde in diesen Teams ein Vertrauen zueinander aufgebaut, so dass auch in
schwierigen Situationen immer eine Lösung gefunden wurde, die dem
gemeinsamen Ganzen zugute kommt. Keine Neidgenossenschaft, kein Mobbing,
sondern Vertrauen und Achtung in die Stärken und besonderen Eigenschaften
der Teammitglieder. Eine Besonderheit in Österreich, um es an dieser Stelle
einmal deutlich zu sagen. Denn die Eigeninteressen der einzelnen Personen
bzw. ihrer Organisationen und Firmen werden bei der Entwicklung des Amadeus
zu einem Großteil hintangestellt und somit ist der Erfolg der Veranstaltung
schon eingefahren, bevor der Event eigentlich beginnt. Die so genannte
typische „Neidgenossenschaft“ der österreichischen Musikszene bleibt
also beim Amadeus draußen vor der Tür. Aber das ist halt, wie schon vorher
gesagt, eine echte Ausnahme in unserer Szene! Denn gerade in den letzten
Wochen hab ich am eigenen Leib verspüren können, wie schnell Gerüchte und
falsche Informationen die Runde machen und Indiskretionen ein vollkommen
falsches Bild von einem zeichnen können. Hilflos ist man dann diesen
Aussagen anderer ausgeliefert und kann sich nicht bis kaum dagegen wehren.
Plötzlich ist man mitten drin in der österreichischen
„Neidgenossenschaft“ ohne es zu wollen und ohne selbst je ein Teil
dieser gewesen zu sein. Konsequentes Arbeiten ist und bleibt meine Devise
und der Grundsatz: nur wenn sich das Ganze bewegt, dann hab ich als
Einzelner auch sicherlich einen Nutzen, bleibt für mich bestehen. Beide
Punkte entsprechen aber in keiner Weise der „Neidgenossenschaft“ und das
könnte so manchen meiner Kollegen bitter aufgestoßen sein und diese
„Neidgenossenschaft“ nur geschürt haben. Einen Vorteil haben aber
solche Entwicklungen eindeutig doch: man sieht plötzlich ganz deutlich
Freund, aber auch Feind. Wie durch eine Röntgenbrille sind Gut und Böse
klar und deutlich zu erkennen und man kann für die Zukunft besser einschätzen,
wer wirklich hinter oder sogar neben einem steht. Trotzdem - solche
Ereignisse sind Kraft- und Zeitraubend und ich kann mich mit dem Spruch
„Ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“ einfach
nicht anfreunden. Deshalb werde ich mich gegen die falschen Anschuldigungen
gegen mich mit aller Kraft wehren und dagegen stemmen und wie „der Phönix
aus der Asche steigen“. Aber jetzt genug mit der österreichischen
„Neidgenossenschaft“, denn es gibt wichtigeres zu erzählen: Der Run auf
die Filetierung der Rechte an der Musik hat begonnen. Als erste Company wird
die EMI Music Publishing ihre europäische Onlinelizenzierung gebündelt an
die GEMA und MCPS-PRS zur Abrechnung geben und in absehbarer Zeit ein
One-Stop-Shop-System betreiben und könnte damit alle nationalen
Subverleger, aber auch die nationalen Verwertungsgesellschaften entscheidend
treffen. Mario
Rossori ist Musikmanager |