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Sound & Media 04/05 Seilschaften - nicht nur in den Bergen Die letzten Wochen waren durch einige Ereignisse geprägt, die meinen geregelten Tagesablauf doch etwas ins Trudeln gebracht haben. Nicht nur der AMADEUS zeigte schon seine ersten Wirkungen, denn Termin nach Termin reiht sich ein, um alle notwendigen Bestandteile dieses Events zusammenzufügen. Nein, auch die Wirtschaftskammerwahl machte doch mehr Arbeit, als einem lieb war, aber es hat sich ausgezahlt! Dank der unermüdlichen Arbeit von Georg Tomandl und Alexander Dumreicher-Ivanceanu gewann die Grüne Liste gleich 5 Mandate dazu (gesamt 7 Stück) und spielt damit nicht nur eine wesentlich stärkere Rolle in unserem Fachverband, sondern ist auf Grund der neuen Mandatsanzahl (20 Mandate, statt vorher 22) und -verteilung, das sog. „Zünglein an der Waage“. Die Karten müssen also neu gemischt werden und schon jetzt kann man gespannt sein, wer unser neuer Obmann wird und welches Zeichen damit gesetzt wird. Eine neue Seilschaft zwischen Musik und Film hat zu diesem hervorragenden Wahlergebnis geführt. Aber auch die Übersiedlung in ein neues Büro mit viel Platz, Licht und Luft hat so seine Spuren hinterlassen. Denn plötzlich kommt man drauf, was einen so die letzten 5 Jahre begleitet hat und was schon seit Jahren auf dem gleichen Platz lag, ohne beachtet zu werden. Jedes Stück Papier muss dreimal umgedreht werden, um ja zu prüfen, ob man es doch braucht oder doch lieber in den Müll steckt. Ein wirklich bereinigender Vorgang, der aber viel Zeit kostet. Gleichzeit muss aber auch überlegt werden, was soll neu kommen und wie soll es zusammenspielen, speziell die Technik und die ist bekanntlich ja ein Hund! Trotzdem bin ich glücklich diesen Schritt gewagt zu haben und mein „Homeoffice“ gegen dieses neue Büro getauscht zu haben. Hier hat eine alte Seilschaft zu einem Neubeginn geführt und ich darf mit meinem Freund Harry Fuchs gemeinsam im 13.Bezirk in der Lainzerstraße 11 / Top12 sitzen. Im Zuge neuer Geschäftsanbahnungen durfte ich vor zwei Wochen die Frankfurter Musik Messe besuchen und war komplett erstaunt, wie groß diese Messe geworden ist. 10 Hallen (!) auf teilweise 2-3 Ebenen preisten nicht nur Instrumente und Ton- und Lichtanlagen an, sondern auch Notenhefte. Ein Markt, den ich persönlich als tot eingeschätzt hätte. Wenn man sich aber die Standflächen ansieht, die große Verlage, wie Schott oder Warner Chappell, verwenden um Druckwerke anzubieten, glaubt man kaum, dass man im digitalen Zeitalter ist. Hier halten die Seilschaften zwischen Musikunterricht in der Schule / Privat und den Verlagshäusern noch und bringen der Frankfurter Musik Messe tolle Umsätze. Gleichzeitig bin ich beim Schlendern durch die Messehallen immer wieder an den Tod meines Freundes Wolfgang Krammer erinnert worden, den ich bei meinem ersten Messebesuch in Cannes zur MIDEM 1992 im Airport-Bus kennen gelernt habe. Schon damals ein „alter Hase“ im Musikbusiness, der wirklich jeden Trick kannte, aber auch gerne bereit war ihn an mich weiterzugeben. Er zeigte mir wie diese Messen funktionieren, worauf man bei Verträgen im In- und Ausland achten muss und fand neben dem Stress noch immer genug Zeit bei einem guten Glas Rotwein und einem kleinen Imbiss die Seele baumeln zu lassen. Er wird mir fehlen, nicht nur in Frankfurt. Eine starke Seilschaft ist zerrissen und kann nicht mehr wiederhergestellt werden. Mario Rossori ist Musikmanager |