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Sound & Media 4/03 "Tanz auf dem Vulkan" Eigentlich
müsste ich sagen: „Endlich ist der AMADEUS Austrian Music Award 2003
vorbei!“ Denn vier Monate intensiver Arbeit am wohl wichtigsten Ereignis
der österreichischen Musikbranche mit Koordination, Organisation und
Troubleshooting ist wirklich genug. Gefangen zwischen mehreren Sesseln und
manchmal abhängig von Personen, die immer alles besser wissen und trotzdem
weniger arbeiten als der langsamste Beamte eines x-beliebigen Ministeriums
– da reicht es irgendwann wirklich. Davon zwei Wochen lang Einteilung der
850 Sitzplätze, mit einer genauen Beschriftung des Sitzplans, damit die
Kameraleute auch wirklich die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt
abfilmen können. Wünsche, Anregungen und Beschwerden werden angenommen,
damit jeder dort sitzt wo er gerne möchte und dabei vielleicht einem
ehemaligen Partner nicht zu nahe kommt oder damit die Reihenfolge der
Marktordnung gewahrt bleibt, ja sogar die Rangordnung im Unternehmen muss
berücksichtig werden, denn alles andere wäre ja ein Fauxpas und könnte ja
irreparable Schäden bei den Betroffenen hinterlassen. Alles wird
verarbeitet, kontrolliert und auch noch von höheren Stellen abgesegnet,
damit ja nix falsch oder gar schief läuft. Und trotzdem kann man auch bei
der genauesten Einteilung und Beachtung aller Regeln, immer nur so gut sein,
wie die Besucher selbst und diese halten durch ständige Rochaden und Änderungen
die Einteilung bis zur letzten Minute im Fluss. Kein leichtes, ja vielleicht
sogar ein unmögliches Unterfangen, wenn dann noch persönliche Einladungen
einfach an Dritte weitergeben werden, die damit nicht nur Zutritt zur
Veranstaltung haben, sondern dann sogar auf einen Sitzplatz pochen und
diesen damit ja keiner beleidigt wird und die Schlange der Einlass Suchenden
nicht noch länger wird, auch erhält. Wenn dann aber noch all die ja so
wichtigen Gesichter, genau dieses, nicht in die Kamera halten und den so heißen
Sitzplatz lieber leer lassen, da der Wein aus dem Kamptal halt so gut
schmeckt oder wenn diese persönliche Sitzplatzkarte anderen weitergegeben
wird, dann wundert man sich am nächsten Tag bei der TV Übertragung, wer da
so aller plötzlich ins Bild gebracht wird. Aber jetzt ist ja endlich alles
vorbei! Und
gleichzeitig freut man sich auf den nächsten AMADEUS, denn wo hat man sonst
noch die Gelegenheit, so vielen Menschen gleichzeitig Gutes zu tun, ein
tolles Musikprogramm zusammenstellen zu können, ein rauschendes Fest für
mehr als 1.000 Personen zu geben, viele Freunde und Kollegen zu treffen, die
alle an einem Abend gleichzeitig glücklich und stolz sind, dass Österreich
endlich auch einen etablierten Musikpreis hat und sogar für Titelseiten in
den populärsten Tageszeitungen im deutschsprachigen Raum gut ist. Das alles
wurde in nur vier Jahren erreicht und von vielen Menschen mitgetragen und
diesen gebührt hier an dieser Stelle großer Dank. Und man freut sich schon
heute darauf aussuchen zu können, welches Menu wohl am besten schmeckt oder
welcher Getränkesponsor diesmal wieder jeweils 1.000 Liter Bier, Wein und
Mineralwasser und mehrere hundert Flaschen Spirituosen kostenlos zur Verfügung
stellt, um bei der „Galanacht der Musikstars“ (News 20/03) dabei sein zu
können. Deshalb: Hoffentlich ist bald AMADEUS 2004 ! Mario Rossori ist Musikmanager |