Sound & Media 03/06

Österreich den Österreichern – 2.Teil


In meiner letzten Kolumne hab ich mich darüber mokiert, wie gering der Stellenwert Österreichs und deren Musik / Musikern in deutschen Sendern ist und damit ein echter Schaden für Österreich entsteht. Zum Glück hat dann unsere Christina Stürmer die Kohlen aus dem Feuer geholt und einen nationalen Echo Preis gewonnen. Das hat schon anno dazumal bei DJ Ötzi die Leute komplett verwirrt, aber an dieser Stelle nochmals: ALLES hat seine Richtigkeit und Christina ist nicht in Deutschland eingebürgert worden, im Gegensatz zu Anna Netrebko, die bald Wienerin / Österreicherin ist. Und damit nicht alle Österreicherinnen und Österreicher glauben der Echo sei der österreichische Musikpreis und die Anrufe und Mails bezüglich Stimmzettel und Eintrittskarten endlich verstummen, hier das Datum des AMADEUS - Austrian Music Awards: 25.5.2006, wieder im ORF Zentrum. Warum diesmal so spät? Wir haben den üblichen Anfang Mai Termin der erfolgreichen 2.Staffel von „Dancing Stars“ überlassen und sind damit drei Wochen später dran, aber sonst bleibt alles beim Alten. Mehr dazu sicherlich hier oder an anderer Stelle in diesem Heft. Bleiben wir aber beim Thema und gleichzeitig beim Amadeus. Die einzige Popmusiksendung, der Amadeus, im ORF Hauptabendprogramm ist halt wirklich sehr wenig um den Stellenwert der österreichischen Popmusik im Inland zu heben, aber genau dieser Stellenwert fehlt beim Konsumenten, beim Handel, bei manchen Medien und Schlussendlich bei den Produktionsfirmen. Was nutzen uns wunderbare Aktionen, wie Musikfonds, große Exportbüros, Toursupports im In- und Ausland, wenn nicht Herr und Frau Österreicher, die Wichtigkeit österreichischer Popmusik erkennen und zur RICHTIGEN = österreichischen CD greifen. Ein Blick nach Frankreich zeigt, dass dort 7 Jahre lang genau an dieser Schraube gedreht wurde, durch Quotenregelung oder Mehrwertsteuersenkung wurde der nationale Verkauf ordentlich angekurbelt und erst dann wurden große Exportaktivitäten in Europa, USA und Asien gesetzt, die dann aber auch durch die eigene Kraft der Labels / Verlage mitfinanziert werden konnten. Oder Schweden: hier gibt es im Sommer, fast jedes Wochenende ein anderes Open Air (quasi im Nachbarort), wo schwedische Bands vor 1.000enden von Schweden spielen. Dies gelingt bei uns nur bei diversen Donauinsel- oder Stadtfesten, wo die Musik aber eher als Berieselung verstanden werden kann und nicht als „eye-ear cather“. Warum geht das dort und bei uns nicht? Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Mentalität dieser Länder ganz anderes ist. Denn bei uns gilt halt noch immer der alte Spruch: Nur was im Ausland etwas zählt, dass ist auch im Inland was wert! Nicht das Christina nicht schon vor dem Echo auch bei uns zu den Stars gezählt wurde (siehe auch Dominik Heinzl´s Top10 Reihung, wo sie gleich hinter Falco Platz 2 einnahm). Aber alle anderen jungen Acts? Jetzt ist es bei uns wirklich amtlich, denn die Piefke sind ja auch der gleichen Meinung, nur wir haben es halt schon etwas vorher gewusst. Da kann ich nur hoffen, dass die jungen Wilden, wie She Says oder Aschenputtel, bald im Ausland reüssieren, damit ihre tollen Erfolge in Österreich auch von der breiten Masse registriert werden. Oder es gibt halt doch eine Popmusik Sendung im ORF, die den Stellenwert dementsprechend großflächig anhebt.

Mario Rossori ist Musikmanager