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Sound & Media 3/03 "Musik und Ausbildung - ein Widerspruch?"
Das Thema Weiterbildung in
der österreichischen Popmusik geht und geht mir nicht aus dem Kopf. Kein
Wunder auch, wenn doch Frau Minister Elisabeth Gehrer (auch Stellvertreterin
unseres Herrn Bundeskanzlers) die Anzahl von Unterrichtsstunden in der Musik
herabsetzt und ich gleichzeitig wieder beim "pop.contest" der Kärntner
Woche, injiziert von meinem "alten" Freund Christian Lehner (seit 12 Jahren
im Bandwettbewerbbusiness), so tolle Talente gesehen und gehört habe. Schon
letztes Jahr war ich verblüfft über das große Potential der Teilnehmer, sagt
man doch Kärnten keine wirkliche Musikszene nach – abgesehen von den seit 20
Jahren bestehenden Bluesbreakers vielleicht - und heuer wurden meine
Erwartungen noch einmal übertroffen. Eine wunderbare Mischung von Grunge,
Pop, Electronic bis zu HipHop wurde da geboten. Sieger wurde die Band c² (aka
Christian²), die eine ausgezeichnete Bühnenshow lieferte und auch
musikalisch und gesanglich schwer beeindruckten. Beim anschließenden Umtrunk
einiger Jurymitglieder wurde auch hier wieder die Gretchenfrage gestellt:
"Und wie geht es jetzt weiter? Kann einer der acht Teilnehmer des
Wettbewerbs einen ähnlichen Status erreichen, wie ein Starmania
Mitstreiter?“ „Nein!", ist da meine klare Antwort. Denn so ein perfektes
Marketing und Promotion Mix über ganz Österreich verstreut, wie für Michael,
Christl und Co, hat es für österreichische Künstler noch nie gegeben und
wird es auch nicht wieder so schnell geben. (Anmk. Hoffentlich irre ich mich
bald!) Einig war man sich aber in der Runde darüber, dass mit Starmania eine
Zielgruppe an potentiellen Musikkäufern heranwächst, die österreichische
KünstlerInnen als wirkliche Stars verehren und auch das ist schon lange
nicht mehr da gewesen. Einige der Fans wollen bei den in kürzester Zeit
ausverkauften Shows nur ihren persönlichen Star huldigen, andere wollen
genauso erfolgreich auf der Bühne sein wie er/sie und warten sehnlichst auf
die Fortsetzung von Starmania. Fast 3.000 Anmeldungen gibt es schon bis
heute und es sind noch fast vier Monate bis zu den ersten Castings.
Eigentlich sollte sich angesichts dieser Zahlen Frau Minister Gehrer eher
überlegen die Musikstunden zu verdoppeln, wenn nicht verdreifachen, damit
die jungen Talente genug Zeit haben sich darauf vorzubereiten oder lieber
gleich eine österreichische Popmusik-Akademie gründen. Denn im Fußball
scheint es ja zu funktionieren, denn so erfolgreich, wie jetzt, war der
österreichische Jugendfußball noch nie. „Denn mehr als 60% der
Nachwuchs-Länderspiele wurden im Vorjahr gewonnen und die Auswahlspieler
waren fast zu 50% aus der Stronach-Akademie.“ (Quelle: Kurier Sport
vom 13.4.03). Im Sport sind solche Akademien Gang und Gebe, denkt man
an die Sportschulen in Stams (Nordisch) und Schladming (Alpin). Ein Beispiel
das auch in der Popmusik Anwendung finden könnte und sollte. Ich bin dafür,
dass es eine Popmusik-Akademie geben MUSS und das so rasch wie möglich, denn
sonst verpulvert der gesamte Starmaniahype und ist in sechs Monaten nur mehr
Geschichte für uns alle. Österreich braucht nicht nur mehr Stars im Sport,
sondern auch mehr in der Popmusik. Mario Rossori ist Musikmanager |