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Sound & Media 02/06 Österreich
in aller Munde auf der MIDEM 2006 in Cannes! Das war der Plan mit der ersten
Mozart Klangwolke. Einen einzigartigen Event mitten im Herzen der
internationalen Musikindustrie zu platzieren, der unvergesslich die nächsten
20 Jahre hält. Danke an alle die daran geglaubt haben und bis zum Schluss
mitgewirkt haben, dass es auch wirklich zustande gekommen ist. Glücklich über
den Erfolg der Klangwolke und müde von den vergangenen Wochen lag ich dann
am Samstag nach der Messe auf der Couch und haben mir „Wetten dass?“ mit
Thomas Gottschalk angesehen. Diesmal aus Österreich, genauer aus Salzburg
und eigentlich mit einem guten, aber leider nicht vollkommen Österreicher
Anteil. Da waren einmal der Herr Finanzminister Karl-Heinz Grasser mit
seiner bezaubernden Gattin Fiona (weniger über Mozart gewusst, dafür mit
genug Eigenwerbung für ihre Firma Swarowski), die eingebürgerte Familie
Cora und Ralf Schumacher (ein guter Steuersatz macht Salzburg / Österreich
noch schöner) und der als Mozart verkleidete Boris Becker (damit das
Mozartjahr 2006 auch noch dabei ist). Dazu gab es noch Außenstellen in der
Stadt Salzburg selbst und in Obertauern, um die wunderschöne Landschaft Österreichs
auch komplett zu promoten. Eigentlich genug meinen sie! Für mich haben aber
zwei entscheidende Dinge gefehlt: Wo war der österreichische Künstler?
Rainhard Fendrich, ein Star in Österreich UND Deutschland präsentiert
gerade seine neue Platte und könnte dort locker auftreten. Oder Christina
Stürmer ein Star in Österreich UND Deutschland, falls man lieber was für
die Jungen haben möchte. Warum war da ein Auftritt einer der beiden österreichischen
Stars nicht möglich? Aus gut informierten Kreisen höre ich dann sogar,
dass Christina abgelehnt wurde! Da fragt man sich dann schon, wo bleibt Österreich?
Dafür ist sie (nach DJ Ötzi) beim Echo wieder mal „eingebürgert“
worden und gilt dort als „nationale Künstlerin“ (wegen der Sprache!).
Aber was mir noch mehr an die Nieren gegangen ist, war die Wette mit dem
Klavier bzw. der Gesangseinlage von Cecilia Bartoli und Thomas Gottschalk
(einfach grandios, wie der Junge singt!). Da war minutenlang das Klavier mit
Logo zu sehen, ABER nicht ein österreichischer Bösendorfer, sondern ein
Steinway stand dort im Mittelpunkt. Da fragt man sich dann schon, wo bleibt
Österreich? Zwei eigentlich harmlos wirkende Dinge, die aber das nicht
vorhandene Selbstwertgefühl der Österreicher wieder mal klar ins
Rampenlicht stellt. Das würde in Schweden, Frankreich oder USA sicher nicht
passieren, wo der Nationalstolz durch alle Reihen geht, egal ob es sich um Möbel,
Musik oder American Football geht. Da würden sicher der richtige Künstler
und das richtige Klavier auf der Bühne stehen, ohne viel Tam Tam. Aber Österreich
bleibt Österreich, da wird sich nix ändern. Nein, dem kann und will ich
nicht zustimmen. Der Österreichische Musikfonds und die Klangwolke in
Cannes haben bewiesen, dass wenn alle an einem Strang ziehen, dann ist es möglich
gute Budgets zu generieren oder mit einem Zehntel des Geldes für eine
Opening Party, einen wesentlich effektiveren und langlebigeren Event zu
kreieren. Deshalb: Österreich den Österreichern, auch bei „Wetten
dass?“. PS:
Die auftretenden Künstler bei „Wetten dass?“ waren sofort die besten
Chartplatzierung der nächsten Woche in Deutschland. Mario
Rossori ist Musikmanager |