Sound & Media 18/02
"Sein oder Nichtsein?"



DER POP PATE

Das Gute an solchen Kolumnen ist, dass man immer wieder zurückblättern kann auf die bereits geschriebenen Zeilen und somit natürlich auch auf die vorherigen Jahresrückblicke. Im letzten Jahr wollte ich keinen Jahresrückblick schreiben, keine Ahnung wieso, vielleicht weil eh alle anderen einen machen und es gab dafür eine Vorausschau für das Jahr 2002. Viele Wünsche und viele Hoffnungen waren darin enthalten, die sich teilweise erfüllt haben, manche gar nicht und so manches ist eingetreten, mit dem man gar nicht gerechnet hat. Ich will die LeserIn nicht damit langweilen, was im Einzelnen passiert ist, sondern nur die Dinge heranziehen, die quasi noch immer NICHT erfüllt geblieben sind. Das wäre einmal das noch nicht beschlossene neue Urheberrechtsgesetz, dass aber für uns alle ein lebenswichtiges Gesetz sein könnte, denn je nach Beschluss erhält die Privatkopie freien Lauf oder sie kann auf ein vernünftiges Maß eingedämmt werden. Die Aktion „Aktion (F)airplay - Ö3“ ist genauso schnell wieder eingeschlafen, wie sie entstanden ist, aber vielleicht kommt da etwas Neues aus den eigenen Reihen der Radiomacher, dass unser Quotenherz doch noch höher schlagen lässt. Es fehlt trotz neuer GD im ORF noch immer eine monatliche Popmusiksendung im ORF, die durch Jugendleisten, wie „25“, „Sendung ohne Namen“ oder „Starmania“ nicht ersetzt werden kann, wenn auch damit endlich wieder junge Gesichter im TV zu sehen sind. Das Österreichweite Privatfernsehen, wird durch den notwendigen Formalismus leider schon zu lange blockiert und verliert durch die herrschende Wirtschaftskrise und den verstärkten Einfluss der Nachbar-TV-Sender, immer mehr an Attraktivität und Umsetzbarkeit. Auch Initiativen, wie „A-Musik“ hatten wirklich große Ziele, nur leider sind sie vielleicht genau an den diesen, zu hoch gesteckten, Zielen gescheitert. Trotzdem hier ein großes Danke, an alle, die ein kurzes Aufflackern der Szene zustande gebracht haben, vielleicht gibt es ja einen neuen Anlauf im nächsten Jahr. Leider gibt es nicht immer nicht die umfassende Datenbank eines Informationszentrums, obwohl sie schon vor einem Jahr propagiert wurde, aber gut Ding braucht halt Weile und solange das bezahlt wird tut man sich leicht.

Genug aber der nicht erreichten Ziele. Wenden wir uns doch lieber dem neuen Jahr zu, dass schon jetzt so manches signalisiert. Fortuna war uns hold und wir erhalten eine neue Chance am Eurovisions Songcontest teilzunehmen, dh. es wird wieder eine Sendung „song03“ geben, diesmal vielleicht mit einer weiblichen Moderatorin, dafür aber nur mit fixen Startplätzen. Eine Flut von Popstars wird zuvor auf uns ÖsterreicherInnen hereinbrechen, wenn entschieden wurde, wer „Starmania“ gewonnen hat und wer die elf „Verlierer“ sind. Eine Plattenfirma hat damit auf alle Fälle genug zu tun. Und der Musikpreis AMADEUS – Austrian Music Award wird wieder stattfinden, vielleicht in neuem jugendlichem Design, aber mindestens so spannend wie in den vergangenen Jahren. Darüber hinaus haben wir unseren wichtigsten Handelspartner wieder und indirekt durch ihn, einen zweiten starken regionalen Partner dazu gewonnen.

Mario Rossori ist Musikmanager