Sound & Media 15/02
"Format die 3."



DER POP PATE

Ich muss schon sagen das kurze Wörtchen Format geht mir aber gar nicht mehr aus dem Kopf. Da diskutiere ich am Freitag Abend mit einer arabischen Freundin, dass die Millionenshow doch eigentlich was typisches europäisches ist und warum sich manche arabischen TV Stationen diesem Format annehmen, obwohl es doch eigentlich meinem Verständnis nach diese Art Show, doch etwas dekadentes für sie sein müsste. Aber nein, sie findet es genauso lustig, wie meine Mutter oder einige Millionen anderer Fernsehzuseher auf der Welt und erzählt mir sogar, dass verschleierte Frauen, dabei mitmachen. Da frag ich mich dann schon, was ist denn dann der Unterschied, der die Leute die Köpfe einschlagen lässt, wenn solche einfach gestrickten Formate hier, wie da, die Menschen dermaßen „verbinden“. Sollte denn dann vielleicht der nächste Friedensnobelpreis nicht lieber an die Firma Endemol gehen, denn die können anscheinend Kulturen und Religionen so verbinden, dass nichts mehr dekadent oder sittenwidrig ist, sondern alles eitle Wonne. Ein ganz anderes Format, nämlich ein ganz Tolles, hatte das FM4 Fest in München, wo sich wieder einmal zeigte, dass österreichische Musik auch im Ausland die Massen anzeihen kann. Fast 3.000 Besucher kamen in die Muffathalle und feierten das alljährliche Fest „ihres einzigen richtigen Radios“. Denn hier sind wir den deutschen Kollegen nicht um eine Nasenlänge, sondern um Welten voraus und werden von Musikern, wie Promotionleuten und Musikproduzenten gleichermaßen beneidet, denn einen solchen überregionalen Jugendsender, gibt es beim großen Bruder im „Piefkeland“ nicht. Und dann freut man sich ganz tierisch, wenn man spät nächtens in das Taxi einsteigt und der Fahrer meint: „Was ist den das da überhaupt für ein Österreicher – Fest?“. Nicht ein Radio wurde damit assoziiert, sondern gleich die ganze Nation! Eine Exportförderung österreichischer Musik, die ganz unkompliziert, dafür aber umso zielgenauer funktioniert, möge sie noch lange anhalten. 

Apropos Exportförderung österreichischer Musik: der MIDEM Gemeinschaftsstand für das Jahr 2003 ist in Vorbereitung und wird wieder von AKM/GFÖM, ÖSTIG, ifpi Austria, dem Fachverband der Audiovisons- und Filmindustrie und der Wirtschaftskammer finanziell ausgerichtet. Wie im heurigen Jahr wird es gleich zwei Stände geben, den allgemeinen Stand der Wirtschaftskammer mit dem AKM/GFÖM „Cafehaus“ und den Klassikstand in Kooperation mit dem ÖMR und dem Vivo Zeitschriftenverlag. Beide Stände werden im gleichen Design erbaut, damit der Wiedererkennungseffekt für die Messebesucher verstärkt wird. Darüber hinaus wird es wieder eine mp3 CD geben, die als Information für Interessierte aus dem Ausland dient und sich sehr gut bewährt hat. Der einfache, unbürokratische Stil, wie dieser Messestand als wichtige Eckpfeiler in Sachen Export österreichischer Musik zustande kommt, lässt die Idee eines schwerfälligen, zentralistischen und auch kostenintensiven Büros, als unrealistisch und altmodisch erscheinen. Nicht desto trotz sind Ideen gefragt, wie solche Brückenköpfe, wie Messen und ihre flankierenden Maßnahmen, verstärkt werden können und dies für alle Musikrichtungen, denn dafür ist unser „Musikland Österreich“ mittlerweile mehr als bekannt.

Mario Rossori ist Musikmanager