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Sound & Media 14/02 "Format die 2."
.... nur ein schrecklicher Traum. Das war das eigentliche Ende der letzten Kolumne. Ja, ja der digitale Tippteufel hat hier klassisch zugeschlagen! Ein Wort zu wenig kopiert und schon schaut die ganze Story ganz anders aus, als man eigentlich gemeint hat. Aber vielleicht steckt auch ein Quäntchen Wahrheit dahinter und der liebe Gott hat wieder mal Regie geführt - was weiß man schon. Aber bleiben wir beim träumen. Wäre es nicht ein Traum zu wissen, was formattauglich ist und was nicht. Könnte man dann nicht ganz einfach Quoten in Radio und TV erreichen, ohne ständig dem Gespenst nachzulaufen und zu hoffen, können sie das senden? Da träume ich dann von der FUK (Formatunabhängigen Kommission), die uns ganz genau sagt, welches Format wir produzieren müssen, um nicht anzuecken oder sogar anzustoßen, sondern schön „breiig“ zu bleiben, damit es leicht hinuntergeht. Eine Kommission, die unabhängig prüft, was gespielt oder gesendet werden kann und MUSS. Hier ein wenig 4/4 Takt, dort ein Wörtchen „Love“, geschüttelt mit leichten Klaviertönen und gerührt mit einer mittigen Frauenstimme. Nein, Scherz beiseite. FUK könnte uns sagen wo es lang geht, prüfen was gerade läuft und uns den Weg in den Quotenhimmel erleichtern. Nein nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt. Denn die „Mainstreamautobahn“ geht eh schon rund um den Globus und Produktionen, wie die Millionenshow sind wohl die bestverkaufendste Formate, die es derzeit am Markt gibt. Eine Analyse dessen, könnte uns Produzenten, das Leben wirklich erleichtern, aber auch den Radio- und Fernsehstationen, denn dann müsste nicht mehr nur kryptisch geantwortet werden, sondern ganz klar gesagt werden: „Bitte nehmt doch jetzt mehr Format No. 2, statt No. 3.“ Ein Traum, aber ein schrecklicher .... Aber jetzt wieder zu etwas ganz anderem, dass mich die letzten drei Wochen in Beschlag genommen hat: die Einreichung bei der Förderaktion „Creative Industries“ des WWFF (Wiener Wirtschaftsförderungfonds). Wie schon der Name sagt ein Versuch den Kreativen Köpfen in Wien, wie auch seit langen Jahren den Industriebetrieben, Fördermittel zu Gute kommen zu lassen, damit sich der Standort Wien auch dort im internationalen Vergleich sehen lassen kann. Die Gesamtfördersumme beläuft sich dabei auf 1,5 Millionen Euro, nicht viel im Vergleich zu anderen Förderaktionen, aber für den ersten Call in diesem Segment recht beachtlich. Also rann an das Geld, dass quasi auf der Straße liegt, denke ich. Gemeinsam mit anderen Kreativen werden Ideen entwickelt, Marktchancen abgewogen, Research durchgeführt, Konzepte ausgearbeitet. Und dann kommt das bittere Erwachen: die Anmeldeunterlagen sind so kompliziert aufbereitet, dass selbst ich, als abgeschlossener Betriebswirt fast passe und mir doch einen Berater der Wirtschaftskammer zur Seite hole, damit ich auch alles wirklich richtig mache. Sie meinen ich bin zu doof. Kann sein, aber wenn sie wissen, dass das erste Kriterium der Förderwürdigkeit, das vollständige Ausfüllen des Antragsformulars ist, dann denken sie vielleicht anders darüber. Ich bitte also alle zuständigen Stellen des WWFF´s, beim zweiten Call, diese Anmeldeunterlagen zu überarbeiten und zu vereinfachen, denn sonst melden sich vielleicht noch weniger Kreative!
Mario
Rossori ist Musikmanager |