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Sound & Media 1/02 "Ausblick 2002"
Eigentlich
hatte ich mir vorgenommen den Jahreswechsel besinnlich zu gestaltet, doch
für Menschen, wie mich sind langgestreckte Feiertage eher nachteilig, als
von Vorteil. Warum? Ganz einfach. Die Vorbereitungen für die MIDEM 2002
laufen auf Hochtouren und keiner ist da. Klar haben sich alle einen
wohlverdienten Urlaub gegönnt, aber nichts desto trotz, sind Termine
beschlossen und kommuniziert und trotzdem hält sich keiner daran. Mein Büro
war somit der Leidtragende, denn wenn man sich vornimmt, so viel wie möglich
gute Musik aus Österreich auf eine CD zu bannen, damit man dann damit im
Ausland reüssieren kann und die notwendigen Ansprechpartner sind nicht da,
dann steht man auf verlorenem Posten. Trotzdem ist es uns gelungen insgesamt
158 Lieder von verschiedenen Interpreten aus den verschiedensten
Musikrichtungen zusammenzustellen und mit Hilfe der Firma „motune“ sogar
einen eigenen mp3 Player zu programmieren, der alle notwendigen
Informationen beinhaltet und die ausländischen Interessenten direkt an die
Rechteinhaber der Titel verweist. Die Firma Fast Forward hat mit einer
rasenden Geschwindigkeit 1.000 CD´s gepreßt und die Sonderausgabe von „Sound
& Media“ mit dieser mp3 Compilation und den „Austrian Music Facts“ war
geboren. Nochmals einen großen Dank an alle Mitwirkenden, im Besonderen
meiner Assistentin Pipi, ohne die dies in so kurzer Zeit nicht möglich
gewesen wäre. 2002 ein Jahr voller neuer Wünsche und Ziele liegt vor uns. Und gleichzeitig pflastern viele Unsicherheiten den Weg. Werden die eingesetzten Sicherheitscodes auf den neuen CD´s die Menschen davon abhalten, noch mehr selbstgebrannte CD`s zu verbreiten? Werden die freien mp3 Börsen im Internet endgültig verschwinden, da die „offiziellen“ Sites genügend Angebote ins Netz stellen, um alle Wünsche, seien sie auch noch so ausgefallen, befriedigen zu können? Wird sich Internetradio endgültig durchsetzen, da es Hörerwünsche nach den persönlichsten Geschmacksrichtungen abstimmen läßt und somit einen viel besseren Nutzen hat, als so manches testrisches Radio? Wird die Medienkonzentration in Österreich zu einer neuen Tageszeitung führen, die endgültig alle News vorher hat, als alle anderen? Wird es doch das Comeback der erfolgreichsten österreichischen Rockband des vergangenen Jahrzehnts geben oder ist es doch nur eine Eintagsfliege für eine Benefizveranstaltung? Wird es wieder im ORF eine eigene Jugendsendung geben, die sowohl österreichische musikalische Talente, als auch „Jugendredakteure“ zu Tage bringt, wie anno dazumal „Okay“ oder „X-large“? Alles Fragen, die in den nächsten 330 Tagen beantwortet werden könnten oder auch nicht. Fragen, die einige von uns mehr beschäftigen, als so manch anderen. Fragen, die unsere gesamte Branche in ein ganz anderes Spektrum weisen könnten, als wir es jetzt erahnen können. Ein Jahr liegt noch vor uns, indem sich Entscheidendes verändert könnte und wenn nicht in diesem Jahr, dann überhaupt nicht mehr, davon bin ich überzeugt! Mario Rossori ist Musikmanager |