Sound & Media 10/05

Immer wieder Österreich !

So klingt es, wenn in den Stadien die österreichischen Fans ihre Fußballer feiern, was leider viel zu selten der Fall ist, was aber eine ganz andere Thematik und eigentlich nicht das Thema dieser Rubrik ist. Aber genauso könnten doch auch die österreichischen Musikfans jubeln, wenn ihre österreichischen MusikerInnen erfolgreich sind und das sollte doch im nächsten Jahr mehrfach passieren. Warum? Das ist eine logische Schlussfolgerung, denn so viele Aktivitäten um junge Talente zu fördern wie heuer hat es NOCH NIE in der österreichischen Popmusikszene gegeben. Sei es mit Geld, Wettbewerben, Videos, Auslandsevents, usw., usw. Hier einige Beispiele taxativ aufgezählt: „Ö3 Soundcheck“ - gerade war das Finale der 2.Staffel und man kann wirklich gespannt sein, welche Bands nächstes Jahr durchstarten werden, heuer waren das ja einige; „FM4 Soundpark“ – vier Jahre gibt es jetzt schon die Plattform im Internet, wo sich die Bands nicht nur präsentieren können, sondern auch interessante Remix- bzw. Produktionscontests stattfinden; „Projekt pop!“ – die längst dienende Förderstelle der AKM/GFÖM in Sachen Popmusik, mit Feedback Demo Listening Sessions oder Songwriting Workshops; der “Protestsongcontest” - zum 3.Mal vom Rabenhof und FM4 ausgerichtet, ein Muss für alle Musikfans; “Österreichischer Musikfonds” – heuer aus der Taufe gehoben mit kräftiger finanzieller Beteiligung des BKA Sektion Kunst Franz Morak und allen österreichischen Verwertungsgesellschaften, für zwei Jahre fixiert und mit viel Elan umgesetzt; „Soundinvasion“ – dem Wettbewerb von Microsoft, der heuer erstmals abgehalten wird und dabei 200.000 CD´s mit Newcomern in Österreich verteilt wurden; „Make A Video“ – die erste Kooperation der Musikuniversität (iPop) und der Filmakademie Wien, mit finanzieller Hilfe von ÖMR, SKE und VBT, junge Filmemacher produzieren ein Video für musikalische Newcomer; die „Songwriter Association“ – eine Eigeninitiative, die monatlich im Gasthaus Vorstadt, nationale und internationale Songwriter zusammenführt; der neu gegründete „Sonderausschuss für Musik“ des Fachverbandes der Audiovision- und Filmindustrie der WKÖ - der wichtige Themen der Musikszene durchleuchtet, darauf aufbauend neue Konzepte erarbeitet und diese dann umsetzt; das „mica“ mit seinem Exportbüro – das die Randbereiche der Musikszene intensiv betreut und mit Aktionen in Japan, Berlin oder auf der WOMEX, die Fahnen Österreichs nach außen trägt; und zu guter letzt "50 Jahre Populärmusik in Österreich“ - zwei Aktionstage am 7.12. im Kursalon Hübner und am 8.12. im RadioKulturhaus, mit einer Begegnung von Musik aus 5 Jahrzehnten, Jung spielt Alt und umgekehrt. Ich habe sicher noch die eine oder andere Aktion vergessen, aber schon allein diese Beispiele zeigen auf, dass sich nächstes Jahr die Hölle abspielen wird in Sachen österreichischer Popmusik. Ich fürchte nur, liebe LeserIn, dass wir noch etwas mit der Kirche im Dorf bleiben sollten, denn das, was in der Schaffung der Musikwerke wunderbar läuft, ist in der Distribution noch lange nicht umgesetzt. Denn wo soll denn das junge Poptalent in Wien auftreten? In welchem ORF Programm soll das tolle Video gezeigt werden? In welchem sog. Jugend-Magazin gibt es genug Platz für Newcomer, die ganz am Anfang stehen? Oder wo kann man die CD des Talents dann tatsächlich kaufen? Auch hier sind Initiativen gefragt, um diese Teile der Erfolgskette schlussendlich zu einem sinnvollen Ganzen verknüpfen zu können.

Mario Rossori ist Musikmanager