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Sound & Media 10/04 In meiner letzten Kolumne habe ich die neue Austro-Pop-Show des ORF mit Vorschusslorbeeren versehen und wie sich jetzt schon nach zwei Sendungen herausstellt – zurecht. Der österreichische Fernsehzuseher hat diese beiden Sendungen sehr positiv aufgenommen und mit einer ordentlichen Quote versehen: über 700.000 Personen bei der 1.Sendung und 567.000 Personen bei der 2.Sendung saßen vor den Bildschirmen. Speziell die erste Sendung hat für diesen Sendeplatz (Freitag 21.05 Uhr) die allerbeste Quote (!), die es bisher im heurigen Jahr beim ORF gab, eingefahren – Gratulation! Musik ist also Trumpf, auch wenn es „nur“ eine musikalische Rückschau auf vergangenes oder vielleicht speziell deswegen war. Österreichische Musik interessiert also auch österreichische TV Zuseher und das in besonderem Ausmaß lt. Demographen von Alt bis Jung. Das in der Sendung arrivierte und erfolgreiche MusikerInnen / Bands kritisiert, ja sogar schlecht gemacht wurden, gab dem Erfolg für mich einen etwas unangenehmen Beigeschmack. Sollte nicht lieber die Frau / der Mann von der Strasse die alten Hits kommentieren, als Prominente bzw. Semi-VIP´s, die teilweise sogar mit Musik gar nix am Hut haben. Die sog. „Sager“ waren teilweise unqualifiziert oder sogar unter der Gürtellinie, das haben sich die Künstler nicht verdient und auch nicht deren Fans. Das leider speziell in der 3.Sendung der 90er Jahre einige erfolgreiche österreichische Künstler, wie zB. Two In One, Unique II oder Alkbottle GAR NICHT ausgelobt werden, außer mit Kurzausschnitten, finde ich schwach. Gerade die genannten haben spezielle Leistungen in Verkäufen, Hitparaden oder sogar International geleistet. Dass aber die gesamte Neuentwicklung von FM4 und die daraus entstandenen musikalischen Entfaltungen ÜBERHAUPT NICHT vorkommen, außer mit Attwenger, finde ich persönlich als NEGATIV. Gerade diese Musik ist aktuell, jugendlich und speziell im Ausland gefragt. Natürlich werden die Sendungsverantwortlichen sagen „wir hätten ja gerne, aber es waren nur vier Sendungen möglich“. Deshalb: Wenn ich mir was vom ORF Christkind wünschen darf, dann ist das ein weiteres mindestens monatliches Musik-TV-Format. Denn nachdem „Play Music“ und „25“ im nächsten Jahr nicht mehr zu sehen sein werden, ist der AMADEUS eindeutig zu wenig! In diesem neuen Format sollen altes, wie neues präsentiert werden, vielleicht in Abstimmung gegeneinander, mit Saalgästen, die über aktuelles oder historisches aus der österreichischen Musikszene berichten und natürlich mit viel, viel österreichischer Musik. Denn wenn alle Weichen weiter so richtig gestellt werden wie bisher, dann wird es ab Anfang nächsten Jahres einen gut dotierten Musikproduktions-Fonds geben, der vom BKA (Staatssekretär Franz Morak) und allen Verwertungsgesellschaften gespeist wird und die daraus resultierenden Produktionen und KünstlerInnen/Bands brauchen eine TV Plattform, wo sie ihr Können unter Beweis stellen sollen. Denn wie schon die Austro-Pop-Show deutlich gezeigt hat, interessieren sich Herr und Frau Österreicher nicht nur für österreichische Musik, sondern sie kaufen diese auch gerne, das haben Aussagen von Fachhändlern schon jetzt bestätigt. Also weiter so in diesem Tonfall und stellen wir doch das nächste Jahr unter das Motto: Show-Pop-Austria!
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